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Geld und Gesundheit

Zu den Preisen bei meinen Seminaren

Mit diesen Zeilen möchte ich ein Thema ans Licht holen, über das viel gestritten und gemunkelt, aber selten offen geredet wird. Psychotherapie, Spiritualität und Geld. Ich habe mich gefragt, wie kann ich meine Preise so gestalten, dass ich die unterschiedlichen Möglichkeiten der Teilnehmenden respektiere und gleichzeitig auch mich selbst.

Das soziale Gefälle

Es gibt einen Moment in meiner Schulzeit, an den ich mich lebhaft erinnere. Unser Lehrer beschrieb dabei enthusiastisch den Unterschied zwischen Arm und Reich, der in verschiedenen Ländern und in verschiedenen Gesellschaftsformen unterschiedlich hoch sei. Er wollte darauf hinaus, dass wir den dazu passenden Begriff finden: das „soziale Gefälle“. Das hat mich offenbar so bewegt, dass ich mich bis heute daran erinnere. Dabei war damals, wie wir alle wissen, die Höhe des sozialen Gefälles überhaupt nicht mit heute zu vergleichen, nicht im Westen, geschweige denn im Osten. Was also heißt es im Hinblick auf meine Seminarpreise, wenn die einen 300 € zur Verfügung haben, die andere 3000 € und einige deutlich mehr?!

Der Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn

Gleichzeitig gibt es objektive Kosten. Nach meiner Zeit als Angestellte ist es eine Umstellung gewesen, zu verstehen, dass bei einer selbständigen Tätigkeit der Umsatz mitnichten dem Gewinn entspricht. Kranken-, Renten- und andere Versicherungen, Urlaubs- und Krankheitszeit, Betriebskosten, Raumkosten, Werbung, Arbeitsentgelte. Das alles möchte bezahlt werden.

Wahrheit als Ware

Bei meinen Seminaren gibt es „psychotherapeutische“ und „spirituelle“ Anteile. Dass es für die therapeutische Arbeit einen Ausgleich geben muss, ist unmittelbar einleuchten. Wie ist es aber mit den spirituellen Anteilen? Muss das nicht für jeden frei zugänglich sein? Wäre „Erleuchtung“ sonst eine „Ware“?

Während Sybille Lorenz und ich bei der geomantischen Arbeit am Praxishaus darüber sprachen, wie alte Traditionen in die heutige Zeit übertragen werden können, war deutlich, dass die vormals bestehende Bindung zwischen einem Satsang Lehrer, einem Rabbi oder einem Priester und denjenigen, die sich ihm anvertrauen anders war. Es war eine gegenseitige Übernahme von Verantwortung. Zum Beispiel hat die Gemeinschaft den Schamanen bis an sein Lebensende versorgt, vornehmlich mit einem Anteil an der Ernte oder der Jagdbeute.

Wenn es also stattdessen heutzutage einen finanziellen Ausgleich gibt, ist die Verpflichtung gegenüber demjenigen, von dem man etwas mitgenommen hat damit auf materieller Ebene „abgegolten“. Die Gestalt ist, wie Dr. Fritz Perls sagen würde, geschlossen. – Auch wenn der Innere Prozess natürlich weitergeht, ebenso wie die Herzensverbindung.

Arbeit als Ausgleich

In der psychotherapeutischen Arbeit gibt es sehr strenge Regeln der sogenannten Abstinenz zwischen Klient und Therapeut. Sie wurden eingeführt, um zu gewährleisten, dass der Klient in keine weiteren Abhängigkeiten im Hinblick auf den Therapeuten gerät und sich der therapeutische Prozess, insbesondere auch mit seinen Beziehungs- und Übertragungsanteilen ungestört entwickeln kann. Jeglicher privater Kontakt zwischen Klient und Therapeut wird dabei ausgeschlossen. Insbesondere ist alles ausgeschlossen, was der Therapeut zu seinem Vorteil nutzt.

Obwohl wir von den drei „Guru-Fallen“: Sex, Geld und Macht wissen, gelten diese Regeln in der Satsang-Szene nicht. Schüler bei sich einzustellen ist üblich, oft unterbezahlt. Es erscheint wie selbstverständlich, das zu unterstützen, was man liebt, was besonders für Menschen gilt, die mehr Zeit als Geld zur Verfügung haben. Die Idee, einen finanziellen Ausgleich zu schaffen ist verführerisch. Jeder Verein ist auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen. Gleichzeitig können Strukturen entstehen, die eine abhängige Beziehungsstruktur fördern – auf der Suche nach Freiheit. Wie ist es möglich das zu verhindern?

Schlussfolgerung 2019

Meine Stille-Abende werde ich weiterhin lediglich mit einem offenen, freiwilligen Beitrag verbinden. Für alle anderen Termine gibt es einen kostendeckenden und nach meinem Ermessen passenden Beitrag. Zusätzlich gibt es einen gestaffelte Varianz nach oben und unten. Den ermäßigten Beitrag zahlen Geringverdiener, besonders, wenn sie gesundheitlich oder familiär eingeschränkt fähig sind mehr zu verdienen. Den „Wohltatsbeitrag“ zahlen Menschen, die mehr als ~3000 € im Monat zur Verfügung haben. Dabei vertraue ich auf Ihre Ehrlichkeit bei der Einschätzung.
Ich freue mich, über diesbezüglichen konstruktiven Austausch und Rückmeldungen. Diesbezüglich werde ich dann für 2020 entsprechend den gemachten Erfahrungen berichten und gegebenenfalls neu planen.

Barzahlung

Die Barzahlung vor Ort hat zunächst den Vorteil, dass mein Verwaltungsaufwand reduziert wird. Zwar müssen Sie sich nicht Wochen vorher auf das Seminar festlegen, weil Sie schon bezahlt haben, aber sie melden sich ja verbindlich an, in dem Moment beginnen spätestens die inneren Bewegungen.

Bargeld auszugeben ist immer ein Stück realer, haptischere, als am Computer eine Banküberweisung zu tätigen oder die Karte zu zücken. Es wird bewusster, dass Sie mir Geld geben, und ich im Austausch dazu das Seminar halte. Es macht die oben erwähnte „Gestalt“ deutlicher erfahrbar: die Anmeldungen als Auftakt, der Beginn mit der Bezahlung, dem „Einchecken“, der Verlauf des Seminars und das Ende mit der Abreise. Wenn Sie Ihrer Rechnung ausgehändigt bekommen möchten, erbitte ich bereits mit Anmeldung um vollständige Informationen: Name, Adresse und persönlichen Zweck der Veranstaltung (umsatzsteuerpflichtig?). Dann ist auch dies mit Ende der Veranstaltung abgeschlossen.

Umsatzsteuer

Die von mir angebotenen Seminare sind Gesundheitsleistungen. Damit sind sie von der Umsatzsteuer befreit (UstG §4,14a). Die Fortbildung im Familienstellen ist als Bildungsmaßnahme (UstG §4, 21 a) bb)) ebenfalls von der Umsatzsteuer befreit. Sollte das Seminar nicht Ihrer Gesundheit, sondern der beruflichen Fortbildung dienen, ist zusätzlich zum genannten Preis die Umsatzsteuer zu bezahlen.

Angelika Winklhofer

 

Preise 2019

Terminart < Klient > < MwSt >
Wochende, 3 Tage Inneres Kind, FamSt. 110 € 160 € 210 € 130 € 195 € 250 €
Enneagramm Relax

Okt, 4 Tage

170 € 240 € 310 € 200 € 290 € 370 €
Enneagramm Liebe

Mai, 5 Tage

220 € 320 € 420 € 260 € 390 € 490 €
Retreat Stille

Juni, 9 Tage

290 € 490 € 790 € 345 € 515 € 940 €
Enneagramm

Schnupper. 1 Tag

60 € 80 € 100 € 70 € 95 € 120 €
Familienstellen

Fortbildung 3 Tage

250 € UstG §4, 21 a) bb)
Dienstag-Abend
AT-Oberstufe 8 € 12 € 15 € 10 € 15 € 18 €
Familienstellen 25 € 30 € 35 € 30 € 35 € 40 €
Enneagramm 15 € 20 € 25 € 18 € 25 € 30 €
Ennea, Wiederholer 10 € 15 € 20 € 12 € 18 € 25 €
TRE 35 € 40 € 45 € 40 € 50 € 55 €
TRE, Wiederholer 15 € 20 € 25 € 18 € 25 € 30 €

 

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