Blog Jahresprogramm

Ennegramm Jahresprogramm 2018

Der heilige Weg

Der heilige Weg ist ebenso wie die heilige Idee weder heilig noch ein wirklicher Weg. Er gibt uns aber einen Hinweis, mit welcher Qualität, mit welcher tatsächlichen Tugend das Anhalten für uns leichter wird. Die Sechs beispielsweise versucht der Angst, den Sorgen, welche sie die ganze Zeit begleiten, durch Grübeln und Zweifel, ihrer Hauptleidenschaft auszuweichen.
Wenn sie jetzt den Mut fasst, sich der Angst zuzuwenden, statt vor ihr davonzulaufen, dann ist dies ein wichtiger Schritt; sogar der entscheidende Schritt, um stiller werden zu können.
Still bleiben bedeutet hier in keiner Weise sich starr zu machen oder tot zu stellen. Still zu bleiben bedeutet, im Kontakt mit dem eigenen Herzen zu sein. Nicht dem nächstbesten gedanklichen, emotionalen oder tatsächlichen Handlungsimpuls zu folgen, sondern nachzuspüren welches wirkliche Gefühl in dem Moment in mir auftaucht.
Der Mut kann der Sechs auch helfen, die Dinge, die sie mit der Klarheit ihres Verstandes wahrnimmt, auszusprechen und nicht länger der Angst ausgestoßen zu werden zu frönen, den Mut zu haben Tabus zu brechen. So kann also der heilige Weg Dich unterstützen, den verschiedenen Fallen und Widrigkeiten, wie sie in den einzelnen Fixierungen beschrieben werden, ins Gesicht zu schauen.
Woher soll aber der Mut kommen oder die anderen Qualitäten?
Sie stellen sich ein, wenn Du weißt wofür Du über Deinen Schatten springen willst. Mut kommt, wenn es keinen anderen Ausweg gibt, wenn jede Alternative Selbstverrat wäre, wenn mir die Wahrheit wichtiger ist, als alles andere.

[1] Auszug aus Angelika Winklhofer und Christian Meyer,
Neun Farben der Stille, Verlag zeit-und-raum, Berlin, 2016

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